Für Erinnerungskultur – Hermann Levi gebührend ehren

Neuestes Nachricht: Wir freuen uns, daß der Vorstand des Fremdenverkehrsvereins Garmisch-Partenkirchen einstimmig dem Votum der FDP/Werdenfelser Liberale folgt, den Partenkirchner Kurpark in Hermann-Levi-Kur(Kultur)-Park umzubenennen.

———————

Hermann Levi (1839-1900) war einer der größten deutschen Kulturschaffenden im Bereich der Musik von europäischem Rang des 19. Jahrhunderts. Er ließ sich 1896 in Partenkirchen nieder, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. 1898 wurde er Ehrenbürger Partenkirchens. 1925 wurde die an seinem Partenkirchner Wohnhaus vorbeiführende Straße ehrenhalber Hermann-Levi-Weg benannt.

Nur der Umstand, daß Hermann Levi Jude war, veranlaßte 1935 die Nationalsozialisten, diese Straße umzubenennen. Auch einzig aus diesem Grund wurde sein Grabmal von den Nazis geschändet. Sie erkannten ihm zudem die Würde des Ehrenbürgers ab.

Das Grabmal ist bis heute nicht wiederaufgebaut worden.

Das „Garmisch-Partenkirchner Tagblatt“ hat zurecht vorgeschlagen, den Partenkirchner Kurpark nach Hermann Levi zu benennen.

Der Markt würde damit einen großen deutschen Künstler und Kunstschaffenden von internationalem Ruhm wieder ehren und Unrecht heilen. Diese Ehrung kommt heute spät und ist wirklich auch nicht sehr groß, denn immerhin hat 2017 die Stadt Karlsruhe vor den Platz vor dem Badischen Staatstheater würdig nach ihm benannt. Levi ist eng mit dem Werk Richard Wagners verbunden. Auch in Bayreuth gibt es deshalb eine Straße, die ihm zu Ehren benannt ist.

Dennoch geht es allein um die Geste und nicht um deren Dimension.

Die Marktgemeinde, die sich zurecht sehr der Kultur verschreibt – siehe Richard-Strauß-Festspiele -, steht es gut zu Gesicht, wenn sie deshalb im Partenkirchner Kurpark, dem zukünftigen Hermann-Levi-Park, außerdem eine Bronzetafel aufstellen oder anbringen läßt, in die das Porträt Levis eingearbeitet ist, und auf der sein internationales künstlerisches Wirken und dessen Perversion durch die Nazis erläutert wird.

Dieses Stück Erinnerungskultur ist gerade in unserem Ort wichtig, der zutiefst von den Nazis geprägt und auch von ihnen mißbraucht worden ist: Immerhin ist die Vereinigung Garmischs und Partenkirchens nie durch demokratische Abstimmung gebilligt worden, denn deren Gegner in den damaligen Gemeinderäten wurden mit KZ bedroht.

In der Summe hat Garmisch-Partenkirchen wohl oder übel von den Nazis profitiert, wenn man an die Olympischen Winterspiele von 1936 denkt, und wie diese damals und auch heute noch vermarktet werden. Gerade deshalb ist die Erinnerung an die Opfer der Nazis – und sei es nur das Gedenken an das Schänden des Wirkens großer deutscher Juden – in unserem Ort um so wichtiger.

In diesem Zusammenhang dankt der Marktgemeinderat auch seinem ehemaligen FDP-Mitglied, Herrn Ecko Eichler, auf dessen Grundstück sich heute Levis Grab befindet, und der es bewahrt und für das Gedenken an Levi uneigennützig gesorgt hat.

Nachdem in der Sitzung des Hauptausschusses vom 25.07.18, dem der Antragsteller nicht angehört, leider abzeichnete (siehe Link zur Berichterstattung des „Garmisch-Partenkirchner Tagblatt“, daß die Benennung des Partenkirchner Kurpark nach Hermann Levi möglicherweise keine Mehrheit findet, wollen wir als Alternative den Festsaal Werdenfels unseres Kongreßhauses in Hermann-Levi-Saal umbenennen.


Neueste Nachrichten

Zur Werkzeugleiste springen