Sanierung des Olympiaskistadions bleibt unvollständig und wird trotzdem voraussichtlich 20% teurer als geplant

In der Sitzung am 26.06.19 teilte das Rathaus im Marktgemeinderat in öffentlicher Sitzung mit,

a) daß die endgültigen Kosten für die Sanierung des Olympiaskisstadions auf € 9,27 Mio. geschätzt werden,

b) daß der Förderantrag vom 28.10.16 an den Bund von wesentlich geringeren Baukosten nämlich von € 5,99 Mio. ausging, und daß

c) die vom Bund dem Markt zur Verfügung gestellte Fördersumme nicht mit dem von der Bauherrin, das ist der Markt Garmisch-Partenkirchen, zu verantwortenden Kostensteigerungen gleichermaßen wächst.

Das reißt also riesige Löcher in die Haushaltskasse Garmisch-Partenkirchens bzw. kostet Geld, mit dem anderes gemacht werden könnte. Beispielsweise der Kauf von Bauland, der Bau von Sozialwohnungen oder die Sanierung unserer Gemeindestraßen.

Wie kommt es, daß der Markt den Kostenrahmen vom Oktober 2016 binnen zweieinhalb Jahren über Millionen überschreitet?

Nach unserer festen Überzeugung hat die erste Bürgermeisterin 2016 die politische Entscheidung getroffen, mit heißer Nadel zu nähen, um schnellstmöglich an Fördergelder zu kommen, um das Olympiaskistadion bis zum Beginn des Kommunalwahlkampfs zu sanieren. Koste es, was es wolle, damit die Dr. Meierhofer wenigstens etwas vorzuweisen hat.

Das Problem dabei ist, daß Dr. Meierhofer das Bauamt 2016 bei der Antragstellung völlig überfordert hat. Denn die Kosten für die Sanierung eines so großen und alten Gebäudes korrekt zu ermitteln, dessen Bausubstanz aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt, hätte mehr Zeit und mehr Aufwand bedurft.

Anstatt dem Bauamt die notwendige Zeit zu geben, oder das Bauamt rechtzeitig zu beauftragen, hat Dr. Meierhofer ungebremst von der CSU, die den zweiten Bürgermeister stellt, die Sache über’s Knie gebrochen. Der Bürger zahlt ja…

Noch interessanter ist, was im Zwischenbericht – Sanierung Olympiaskistadion zu lesen ist, der in öffentlicher Sitzung am 09.07.19 auf unseren Tischen im Rathaus lag. Fordern Sie ihn im Rathaus an, liebe Leserinnen und Leser. Sie haben das Recht darauf.

Als einzige hat die FDP diesen Zwischenbericht mit dem Bauamt in der Sitzung diskutiert. Auszüge seien hier zitiert und kommentiert:

„Die historischen Dachstühle bleiben erhalten. Schäden konnten bis dato nicht festgestellt werden“. Wie bitte? Ist das Holz in Ordnung und hält weitere Jahrzehnte oder nicht? Das muß klargestellt werden. Sonst drohen massive Folgekosten.

„Eingangs- und Innentüren“, „Oberflächenabtrag sowie Wiederherstellung der Oberflächen“ wurden nach offensichtlich nicht in der Kostenberechnung berücksichtigt.

Hierzu weiter: „Entgegen der ursprünglich nur für die Ostkurve vorgesehenen Arbeiten, entschloß man sich auch die Fundamente der Westkurve freizulegen. Die Kellerwände waren im gleichen schlechten Zustand und hätten nach Fertigstellung der Ortbetonoberflächen auf nicht absehbare Zeit nicht mehr saniert werden können“.

Gott sei Dank, daß das Rathaus gerade noch rechtzeitig gemerkt hat, daß in demselben Gebäude die Westkurve genauso marode wie die Ostkurve ist! Nur kostet es jetzt extra.

Anderes wird mangels Geld wohl nun nicht gemacht, womit die Sanierung unvollständig bleibt: „Stützwände – Diese Maßnahme entfällt aus Kostengründen wg. zu aufwendiger Sanierung und soll in einem späteren Projekt durchgeführt werden“. Hoffen wir, daß die Stützwände bis dahin auch noch richtig stützen, und sich nicht krümelnd verabschieden.

Auch im Olympiahauses wird derzeit nicht saniert, obwohl dringender Handlungsbedarf besteht. Die Wirtin und ihre Mitarbeiter werden im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen gelassen. Das geht nicht, denn die Marktgemeinde sollte als Vermieterin ein positives Beispiel geben.

Weiterhin: „Im Zuge – eines Nutzungskonzepts – (…) müssen die Türen neu bewertet und entsprechende Kosten angesetzt werden“, heißt einerseits. Und andererseits heißt es: „Aufgrund – des vorliegenden Nutzungskonzepts – entschloss man sich in der Ostkurve zum Bau eines Aufzugschachtes und eines Fluchttreppenhauses“.

Haben wir nun ein Nutzungskonzept, oder haben wir keins? Wir verstehen es nicht. Verstehen Sie es?

Fazit:

Trotz des verkorksten Managements müssen wir im Olympiaskistadion durch, und die restlichen Gelder genehmigen, damit es fertig wird. Daran führt kein Weg vorbei. Deshalb hat unser Vertreter im Marktgemeinderat, Martin Schröter, weiteren Ausgaben zugestimmt.

Nach diesem erneuten Desaster aber muß der nächste Bürgermeister, und den stellen hoffentlich die Werdenfelser Liberale, vernünftig wirtschaften.

Dabei muß die einfachste Regel eingehalten werden, die auch für jede Privatfrau und jeden Privatmann gilt, aber die weder CSU, noch SPD beherzigen:

— Stelle erst einen Förderantrag, wenn Du genau weißt, was es Dich an Zuzahlungen kostet, und ob Du Dir das leisten kannst. —


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