Unser Eisstadion langfristig sichern und besser nutzen – und damit die Gemeindewerke entlasten

Das Olympia-Eisstadion ist Teil unserer Heimat, Teil unseres Genpools als Olympia- und Wintersportort. Dennoch kommen immer wieder schlechte Nachrichten: Suboptimales Eis, kürzere „Eiszeiten“, unzureichende Heizung, die Eishalle III soll zugemacht werden usw. usf. Das Management machen die Gemeindewerke. Wir, die FDP/Werdenfelser Liberale, wollen die Gemeindewerke endlich davon entlasten und bieten ein anderes Konzept: Verpachten wir das Eisstadion an einen Pächter, der etwas davon versteht. Bald wird sich der Marktgemeinderat mit diesem Vorschlag beschäftigen.
Lesen Sie unseren untenstehenden Antrag:

Antrag Unser Eisstadion langfristig sichern, ausbauen und besser nutzen

I. Begründung

Unser Olympia-Eisstadion mit den Eishallen I, II und III ist für Garmisch-Partenkirchen unverzichtbar. Jedoch: Es muß besser geführt und verwaltet werden. Zumindest die Eishalle III ist von der Schließung bedroht. Arbeitsplätze sind in Gefahr, Möglichkeiten gehen verloren.

Deshalb muß es Ziel sein, unser Eisstadion – und zwar alle Eishallen – besser aufzustellen im Interesse des Spitzensports, des Breitensports, im Interesse des Gastgewerbes, im Interesse des Rufs Garmisch-Partenkirchens als Olympiaort und nicht zuletzt im Interesse aller Garmisch-Partenkirchner.

Das Olympia-Eisstadion ist das Heim des SC Riessersee, der wieder große Erfolge feiert. Viele Breitensportler, vor allem aus der Jugend, der Nachwuchs des SCR, sind auf die Eishalle II angewiesen, genauso wie viele Eiskunstläufer, die in unseren Ort für längere Zeit kommen, um hier zu trainieren. Sie zahlen und sind damit auch wichtig für Hotellerie und Gastgewerbe.

In Bezug auf die Eishalle II sind immer wieder Beschwerden laut geworden: Die „Eiszeiten“ werden zunehmend beschränkt, es wird zu wenig geheizt, die Qualität des Kunsteises wird schlechter etc. Die Eishalle III, die Eishalle der Curler, soll sogar geschlossen werden, obwohl auch das Curling, ein traditioneller Sport unserer Heimat, durch seine Athleten unserem Ort Ruhm und Prestige eingetragen hat und weiter eintragen kann.

Das Eisstadion wird von den Gemeindewerken bewirtschaftet, die es leider seit Jahren nicht schaffen, es kostendeckend zu betreiben. Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß das wirtschaftliche Umfeld, in dem sich die Gemeindewerke bewegen, mehr Wettbewerb unterliegt: Die Gemeindewerke haben als Brennstofflieferant beim Gas und als Stromlieferant, beides zählt zu ihren Kerngeschäften, kein Monopol mehr. Das ist für Wirtschaft und Verbraucher positiv, für die Gemeindewerke als kommunales Unternehmen jedoch schlecht, weil ihre Gewinne sinken.

Vor diesem Hintergrund verfolgen die Gemeindewerke derzeit die Strategie, die Eishallen zu schließen bzw. „auszuhungern“, wohl um damit Schließungsgründe zu schaffen.

Das ist für die Gemeinde der falsche Ansatz. Zwar ist es betriebswirtschaftlich konsequent, Geschäfte, die man nicht betreiben kann oder betreiben will, und die deswegen Verluste bringen, abzustoßen, jedoch ist immer das Interesse der Eigentümer zu berücksichtigen. Das ist bei einem kommunalen Unternehmen wie den Gemeindewerken das Interesse des Markts. Auch ist keineswegs sicher, weil man es nicht versucht hat, ob nicht ein anderer Betreiber das Olympia-Eisstadion besser führen kann.

Der richtige Ansatz lautet also, die Gemeindewerke von der Bewirtschaftung des Eisstadions zu entlasten, damit ihre Ertragslage zu stärken, und dafür das Eisstadion in andere Hände zu geben.

Das kann beispielsweise durch einen langfristigen Pachtvertrag geschehen.

Hierzu muß durch großflächige Ausschreibung ein Pächter gesucht werden: Bereits wenn der Pachtertrag für die Gemeinde nur symbolisch € 1,– jährlich beträgt, ist bereits finanziell durch die Entlastung der Gemeindewerke enorm viel gewonnen. Durch die Verpachtung des Eisstadions bleibt es im übrigen Eigentum des Marktes Garmisch-Partenkirchen.

Ein solcher Pachtvertrag besteht aus Leistung und Gegenleistung, bei denen an folgenden Rahmen zu denken ist:

Der Pächter muß als Teil seines Kerngeschäfts insbesondere folgendes gewährleisten:

1.
Die ausreichende Beeisung, Heizung und Bereitstellung der Eishallen I, II und III in Abstimmung mit den Nutzern. Das sind an erster Stelle die Abteilungen des SCR.

2.
Die Öffnung der Eishallen für Publikum und Gäste.

3.
Die Übernahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die direkt für die Eishallen arbeiten.

4.
Die Zahlung einer angemessenen Pacht an die Marktgemeinde.

Im Gegenzug kann der Pächter insbesondere folgenden Nutzen aus dem Eisstadion ziehen:

1.
Der Pächter wird freigestellt, von wem er Energie (Strom und Brennstoffe) bezieht, die Hauptkosten des Eisstadions verursachen. Er kann also als Großkunde die günstigsten Konditionen am Markt aushandeln.

2.
Der Pächter kann Eintritte verlangen.

3.
Der Pächter kann außerhalb der „Eiszeiten“ das Eisstadion vermieten beispielsweise für Ausstellungen, Konzerte, andere Events etc.

4.
Der Pächter kann die Marke „Olympia-Eisstadion Garmisch-Partenkirchen“ schaffen und kommerziell nutzen. Diese Marke hätte ein Alleinstellungsmerkmal und wäre etwas völlig Neues, was auch Werbeeffekte für unseren Ort hätte.

5.
Der Markt sorgt im Rahmen des in einem Pachtvertrag Üblichen für den baulichen Erhalt seines Eigentums Eisstadion.

6.
Der Pächter erhält einen 10-Jahres-Pachtvertrag mit der Option, ihn auf weitere zehn Jahre zu verlängern.

Insgesamt gesehen schafft eine solche Lösung Gewinne für viele Beteiligten und damit für Garmisch-Partenkirchen insgesamt:

Spitzen- und Breitensport bleiben exzellente Eishallen erhalten, der Tourismus profitiert, die Gemeindewerke werden substantiell entlastet und können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, Arbeitsplätze bleiben erhalten, und die Gemeinde gewinnt durch den Pächter neue Partner, der/die wahrscheinlich für den Ort neue Optionen erschließen.

II. Beschluß

Im Rahmen der Satzung, die der Marktgemeinderat den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen gegeben hat, beschließt der Marktgemeinderat im Grundsatz, die Verpachtung des Olympia-Eisstadions Garmisch-Partenkirchen. Er beauftragt den Verwaltungsrat der Gemeindewerke, die entsprechenden Schritte unverzüglich in die Wege zu leiten und den Wirtschaftsplan entsprechend strategisch und grundsätzlich auszurichten.

Über die Vergabe an einen Pächter und die Gestaltung des Pachtvertrags wird der Marktgemeinderat gesondert entscheiden.

III. Kosten

Keine.


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